Seelsorge

„Im psychologischen Denken der griechisch-christlichen Tradition gilt eine mit Gott verbundene Seele als Quelle und Erhalterin der persönlichen Einheit des Menschen in seiner geistigen und körperlichen Lebensexistenz“.
(Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP))

Was ist aber die Seele bzw. die Sorge oder Pflege der Seele? Das hebräische Wort für Seele (nefesch), das im Alten Testament/Bibel gebraucht wird, steht für die gesamthafte Existenz des Menschen und hat einen sehr bildhaften Ursprung: „Es ist die Gurgel, die Kehle, das unstillbare Organ des Menschen, in das immer nachgeschüttet werden muss.“ (Dr. Manfred Seitz) Der Mensch – ein sehr durstiges und bedürftiges Wesen.

Wonach verlangt aber die menschliche Seele? Nach wem oder was strebt sie?
Der Psalmbeter gibt eine Antwort (Psalm 42:3): „Meine Seele dürstet nach Gott nach dem lebendigen Gott.“Oder wie es der Kirchenvater Augustinus im 4.Jhd. nach Christus ausdrückte: „Meine Seele ist unruhig in mir, bis sie Ruhe findet in Dir, Gott.“

Die Seelsorge versucht zuerst den ganzen Menschen im Blick zu haben.Dann fragt sie auch nach der Beziehung von Gott und Mensch. Und nicht zuletzt soll auch der/die Einzelne in seinen mehr oder weniger bestehenden Beziehungen zu anderen Menschen berücksichtigt werden.

Hierzu bietet die Seelsorge einen geschützten Raum zum Nachdenken über das (eigene) Leben. Ein Freiraum um Fragen an das Leben und an Gott zu stellen – auch um Zweifeln an Gott, oder Selbstzweifel, Ausdruck zu verleihen.
Zum Beispiel:
- die persönliche Glaubenseinstellung
- Vergebung und Versöhnung
- praktische Lebenshilfe
- Entscheidungsfindung
- einen (neuen) Zugang zu Gott finden
- Umgang mit Schmerzen/Leid, Akzeptieren von Grenzen

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